Boys and their toys?

Der erste gemeinsame „Familiennachmittag“ in der neuen Wohnung. Zwar sind der Kleine und ich noch nicht umgezogen, aber es war ein wunderbarer Vorgeschmack (wenn auch getrübt durch eine neuerliche Zahnwehattacke). Den Tag der Arbeit haben wir genutzt um Eines zu tun: Nichts. Also so gut wie gar nichts. Schön wars.

Der kleine Prinz wurde heute zum ersten Mal der (bis aufs Kinderzimmer) beinahe fertig eingerichteten Wohnung ansichtig und ich muß zugeben, ein wenig nervös war ich schon. Was wenn es ihm gar nicht gefällt? Er sich gar nicht wohlfühlt? Was wäre wenn…

Wobei Fakt ist: selbst wenn ihm sonst gar Nichts gefallen hätte, der Ferneseher hätte ihn überzeugt. Offensichtlich ist die Affinität zu großen Bildschirmdiagonalen fix im männlichen Gencode verankert, denn ich habe ihm das sicher nicht beigebracht. Mein Fernseher firmiert eher unter dem Kapitel „Mäusekino“. 99% der männliches Wesen in meinem Umfeld, aber nur ein im Vergleich eher geringer Anteil der weiblichen Bekannten & Verwandten, halten es beim Thema Fernseher definitiv mit mit dem Motto „Groß, größer, meins!“…Und nicht nur mit dem Fernseher.

Wie kommt das eigentlich? Wer pflanzt ihnen das ins Hirn? Ist es wirklich genetisch? Mein Sohn und sein Stiefbruder standen im zarten Alter von 3 und 5 Jahren pudelnackert gemeinsam vorm Spiegel, zogen dabei auf Teufel komm raus an ihrem noch nicht allzu mächtigen Gemächt und kommentierten das ganze mit den lebensprägenden Worten: „Meiner ist größer!!!…. Nein meiner!… Aber ich bin noch kleiner, meiner wachst noch mehr!“ Noch Fragen?

Ich schwöre Stein und Bein, ich habe ihn diesbezüglich nicht indoktriniert und traue mich zu behaupten, daß es sein Vater auch nicht tat.  Trotzdem standen sie, noch kaum eines geraden Satzes mächtig und übten sich in der hohen Kunst des Schwanzvergleichs… Es gibt ja Leute die behaupten, es wäre dem Weltfrieden durchaus zuträglich, würden auch erwachsene Männer ihre Konflikte auf diese simple Art und Weise beilegen, anstatt die präsumptive Länge über Machtgehabe, Autos und ähnliches zu beweisen. Ich mein, es wäre ja nicht notwendig, permanent in aller Öffentlichkeit blank zu ziehen, eine neutrale Messinstanz und eine kleine Tätowierung hinterm Ohr die den dort ermittelten Wert angibt, wären ausreichend. Auch uns Frauen würde so die ein oder andere Enttäuschung erspart bleiben… ‚What you see is what you get‘ wäre dann durchaus anwendbar.

Aber eigentlich ist es egal. Nein, nicht egal. Im Gegenteil, denn in Wahrheit macht es ja auch den Reiz im Leben aus, daß wir halt in einigen Belangen nicht synchron ticken. Daß wir uns vielleicht nie ganz verstehen werden. Deshalb -vielleicht ist es ja die heraufdräuende Weisheit des Alters- stehe ich und lächle still in mich hinein, wenn einer meiner Buben wieder jedes Klischee zum Thema „Boys and their toys“ erfüllt. Und hoffe auf eine ähnliche Reaktion, wenn mir angesichts des 128ten Paar High Heels wieder mal Herzschlag und Vernunft aussetzen…

(Anmerkung: Klischees sind da um benutzt zu werden. Aber manchmal, vielleicht sogar oft, haben sie zumindest einen wahren Kern.
Noch was: Liebstes Kind, solltest du in ferner Zukunft mal meinen Blog lesen, ich entschuldige mich hier und jetzt schon für die Schilderungen deiner Taten aus Kindestagen, die du sicher als peinlich empfindest. Aber glaube mir, es gibt sie, die ausglichende Gerechtigkeit. Du wirst nämlich deine eigenen Kinder mit Sicherheit irgendwann ähnlich blamieren, ebenso wie es meine Eltern mit mir taten. Durch diese hohle Gasse muss jede Generation!)

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