Das Motel

Während ich gerade in meiner -alten- Küche sitze fällt mir, wenn ich mich wirklich anstrenge -also so richtig wirklich mit Anlauf, korrektem Absprung und perfekter Haltung in der Flugphase- eines auf. Es schaut aus wie Sau.
Chaos ist nicht mehr backbord voraus, das Navi spricht nicht mehr „in 50 metern rechts abbiegen…“ sondern: „Sie haben Ihr Ziel erreicht“. Nur, daß es noch gar nicht das eigentliche Umzugschaos ist, sondern ein Phänomen das ich noch bei jedem Wohnortwechsel an mir beobachten konnte (mit Anlauf, Absprung… eh scho wissen). Sobald ich einen neuen Vertrag unterschrieben habe fühlt sich keine Faser meines Körpers mehr für die alte Behausung verantwortlich und das Chaos hält fröhlich Einzug.

Zu Hause ist nicht mehr  „Zu Hause“, es ist eine Übergangslösung, vom Gefühl her ähnlich einem Motel, mitten im nirgendwo nach einer endlosen Autofahrt in einem viel zu weich gefederten Pontiac Trans Am. Eigentlich will man ja ganz wo anders hin, aber der Körper verlangt nach einer Pause und man ist irgendwie dankbar für den Zwischenstop. Aber viel mehr als raus aus dem Gwand, unter die Dusche und ab ins Bett will man dort wirklich nicht machen. Und eines ganz sicher nicht: Aufräumen. Dafür gibts Personal.

Nun ist das ja ganz generell so ein Thema.
Mein Gencode ist auf folgendes ausgerichtet: 128 Zimmer & ausreichend Personal. Also ein Minimum von 1 Koch, 2 Stubenmädchen und 1 Gärtner, wobei ich eventuell sogar gewillt wäre ab und an selber zu kochen, das tu‘ ich nämlich ganz gerne. Optional dazu gemietetes Personal wie der attraktive Poolboy oder auch die -damit auch der Holde optisch (!) auf seine Kosten kommt- gut gebaute Babysitterin versteht sich von selber.
Nicht ausgelegt ist mein Gencode allerdings auf: Putzen (öd), Wäsche waschen (nicht so schlimm), bügeln (die Hölle) und ähnlich zeitraubende und völlig lustbefreite Beschäftigungen.
Meine Geldbörse, die alte Spielverderberin,  ist hingegen definitiv nicht auf die Personal und Pipapo-Variante ausgelegt, leider. Es gibt also eine gewisse Diskrepanz zwischen dem was sich die Prinzessin so wünschen würde und der schnöden Realität. Also putze ich. Begeisterungsbefreit, aber doch, denn schließlich will ich ja nicht im Dreck versinken, schon gar nicht mit Kind an der Hand.

Aber jetzt ist eben der Punkt erreicht, an dem sich das „Motel-feeling“ eingestellt hat. Raus aus den Boots, Tiefkühlpizza & Bud light. Als Nachspeise Oreos, in Milch getaucht selbstverständlich. Ein wenig Channel-zapping und ab ins Bett. Putzen steht definitiv nicht auf der to-do Liste, wozu auch. Und gleich in der Früh am nächsten Tag geht die Fahrt weiter, das Ziel will schließlich erreicht werden. So geht’s, so wäre der Plan. Aaaaber…., leider.

Aufruf: Geneigte, mitleidige Spender zur Finanzierung einer Übergangsputzfrau für das Motel gesucht. Dringend! Sobald ich dann umgezogen bin putze ich dann wieder selber, versprochen (mit überkreuzten Fingern, aber was kann ich dafür, daß die so schief gewachsen sind)!

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